Heinrich-Heine-Programm

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„Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht.“ Dies ist nur ein Auszug aus den vielen Gedichten Heinrich Heines (1797-1856), die das Duo „Rose und Georgi“ im Friedrich-Gymnasium Luckenwalde rezitierte und auch inszenierte. Die Berliner Künstler treten seit vielen Jahren zusammen auf und besuchten dabei auch schon mehrmals das Gymnasium. So auch am Donnerstag, 29.01.2009, an dem sich in der Aula die gesamte Jahrgangsstufe 13 versammelte, um sich die Aufführung „Ich bin ein deutscher Dichter“ anzusehen. Eröffnet wurde diese durch Christian Georgi, der Saxofon spielend die Aula betrat und auch die nächsten knapp anderthalb Stunden die Rezitationen seines Partners Detlev Rose vor allem musikalisch begleitete. Gleich zu Beginn gab Rose bekannt, dass es ihr Ziel sei, den Dichter Heine vor dem Vergessen zu bewahren und seine Aktualität immer wieder unter Beweis zu stellen. Dazu wurde die gesamte Bandbreite des Schaffens Heines beleuchtet. Teils humoristisch, mit rührigen Liebesliedern und auch augenzwinkernden Geschichten, wovon eine den scheinbar aussterbenden Männern gewidmet wurde. Dann wiederum aber auch ernst und nachdenklich, sich auf hoch aktuelle Themen wie den Irakkrieg beziehend und mit politischen Gedichten wie „Nachtgedanken“, den ersten Strophen aus „Deutschland, ein Wintermärchen“ oder auch einer eindringlichen musikalischen Interpretation des Gedichtes „Die armen Weber“. Überhaupt spielte Musik während des Programms eine bedeutende Rolle, viele Texte wurden als Lieder oder mit Musik untermalt vorgetragen. Das Publikum wurde oft in das Geschehen mit eingebunden, die Reaktionen meist mit leichter Ironie kommentiert. Auch die Gespräche zwischen den Künstlern trugen zur Unterhaltung bei. Nachdem der offizielle Teil vorbei war, bewegte der anhaltende Applaus das Duo dazu, eine Zugabe zu geben, während der Georgi eines seiner Instrumente, einen so genannten Blaswandler (oder auch Midi-Sax) vorstellte, mit Hilfe dessen er eine Vielzahl von Instrumenten imitieren kann, sie aber wie eine Flöte spielt. Die Instrumente wurden auf Zuruf vorgeführt, besonders große Resonanz fanden dabei die Darbietung des Deep Purple Klassikers „Smoke an the Water“ sowie Bachs „Toccata“. Die Beurteilungen der Zuschauer waren überwiegend beeindruckt und begeistert. Viele lobten die Inszenierung, auch einige, die zu Beginn noch äußerst skeptisch und mit ihren Gedanken schon bei den Halbjahreszeugnissen waren, zeigten sich nach Ende positiv überrascht und zufrieden, sich diese Aufführung angesehen zu haben. Hoffentlich haben auch künftige Jahrgänge die Möglichkeit, sich diese lohnende Darbietung zu Gemüte zu führen.

Steffen Göths, 13. Klasse